Das Archiv des Deutschen Werkbundes bildet den historischen Kern der Sammlung des Museums der Dinge. Das Museum sammelt seit den 1970iger Jahren designhistorisch bedeutsame Objekte sowie Archivalien und Gegenstände zur Dokumentation des von der Warenkultur geprägten Alltags. Die Sammlung ist seitdem gewachsen und umfasst neben 35.000 Dokumenten auch 20.000 Produkte. Sie stammen überwiegend aus dem 20. Jahrhundert. Einige sind uns aus Kindertagen vertraut. Ihrem Gebrauchskontext enthoben, entdecken wir sie hier wieder.

Das Museum der Dinge präsentiert sich als offenes Depot. Wir besuchten die Dauerausstellung außerhalb der regulären Öffnungszeiten und konnten in aller Ruhe vor den einzelnen Vitrinen verweilen. In einigen werden Mustersammlungen präsentiert, die zum einen die Grundlagen der polarisierenden Werkbundprogrammatik vermitteln und zum anderen allgemeine Aspekte der Material-, Form-, Funktions- und Nutzungsgeschichte der Dinge des 20. Jahrhunderts und der zeitgenössischen Produktkultur zeigen.

In anderen sind die Dinge in Kategorien gefasst und vergleichend gegenübergestellt: Objekte namhafter Designer und Objekte deren Autoren unbekannt sind, kunstgewerbliche Einzelstücke und industrielle Massenerzeugnisse, funktional puristische Objekte und so genannte Geschmacksverirrungen (Kitsch), Markenware und No-name-Produkte.

Die Sammlung ermöglicht sowohl kulturhistorische, technische als auch soziologische Rekonstruktionen des Umgangs mit Dingen in der Industriegesellschaft.
Die Art der Präsentation erzeugt eine spezifische Atmosphäre. Sie lädt automatisch zu Interpretationen und Reflexionen ein. Sie bietet Reibungsfläche. Bezüge zur Gegenwart können schnell hergestellt werden. Es entspannen sich rege Diskussionen. Was finde ich gut? Was nicht? Und warum nicht? Was zeichnet Qualität aus? Lässt sich Qualität heute noch über Material, Form und Funktionalität beschreiben? Sind es nicht weitere, andere Kriterien die wir heute mit Qualität verbinden?

––– 4. November 2014

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